Tipps für Katzenliebhaber

FORL die häufigste Zahnerkrankung bei Katzen wie behandeln und vorbeugen?

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Jeder Dosenöffner gerät in Aufruhr, wenn der kleine Liebling nicht frisst. In vielen Fällen handelt es sich dabei um eine übersteigerte Reaktion. Vielleicht schmeckt dem Liebling das Futter nicht, er ist satt oder müde. Doch manchmal steckt leider eine Krankheit dahinter.

Die Möglichkeiten, die zur Fressunlust bei Katzen führen, sind endlos, wodurch sich die helle Aufregung der Katzeneltern erklärt. Stellt der Katzenbesitzer/die Katzenbesitzerin weitere Symptome fest (Schmerzen, ungewohnte Kopfhaltung), steht ein Tierarztbesuch ins Haus. Zu den schwerwiegendsten Erkrankungen zählt FORL. Diese Krankheit gehört zu den häufigsten Zahnerkrankungen der Katze und erweist sich als absolut schmerzhaft.

Was ist unter FORL (Feline odontoklastische resorptive Läsionen) zu verstehen?

Bei dieser Krankheit handelt es sich um eine schmerzhafte Entkalkung der Zähne im Bereich der Zahnhälse. Kennzeichnend für diese Erkrankung ist, dass die körpereigenen Zellen, genannt Odontoklasten, die Zähne bis zum Zerfall schädigen.

Katzenkaries und/oder neck lesions sind weitere Bezeichnungen der Krankheit, die circa 25 bis 30 Prozent aller Katzen befällt. Mit steigendem Alter häuft sich das Auftreten dieser Krankheit. In Prozenten ausgedrückt leiden 80 und mehr Prozent aller Katzen über sechs Jahren unter ihr.

Es gibt drei Formen der felinen odontoklastischen resorptiven Läsion. Sie gehen mit unterschiedlichen Krankheitsbildern einher, wobei Typ 3 die beiden ersten beinhaltet und vereint.

Alle drei Typen erweisen sich als extrem schmerzhaft, da der Zahnnerv/das Zahnmark/die Zahnpulpa unversehrt bleiben.

Typ 1

Zeigt sich meist durch eine Stomatitis (Mundhöhlenschleimhaut-Entzündung), in Verbindung mit einer bakteriellen Zahnhalteapparat-Entzündung (Parodontitis). Dieser Typ betrifft neben den Zähnen die Zahnfächer und baut sie ab.

Er lässt in vielen Fällen die Zahnkrone, den Übergang zum Zahnfleisch und die Zahnwurzel unangetastet.

Typ 2

Zu Beginn dieses Typs lassen sich keine entzündlichen Vorgänge feststellen. Erst während des Krankheitsverlaufs kommt es zu einer bakteriellen Entzündung des Zahnbettes. Neben dem Zahnbett betreffen die Entzündungen in vielen Fällen ebenfalls die Knochen und das umliegende Zahngewebe. Die Zahnfächer greift dieser Typ nicht an. Erkennbare Reparaturvorgänge während des scheinbaren Heilungsprozesses führen zu Verwachsungen, die zu weiteren Problemen führen.

Im ersten Moment erscheinen die Zähne und das umliegende Gewebe als weitgehend gesund. Es zeigen sich höchstens begrenzte, kleinere Zahnfleischentzündungen. Im Verlauf dieses Typs kommen die wirklichen Vorgänge zum Vorschein. Aushöhlungen des Zahns und Löcher im Zahn oder ausgebrochene Zahnstückchen weisen weiter auf sie hin.

Das Abbauen des Kieferknochens und des Zahns oder Zahnwurzel lässt sich mithilfe einer Röntgenuntersuchung feststellen. Die Zahnfleischfurche lässt sich jedoch nicht sondieren.

Typ 3

Die dritte Form beinhaltet neben dem Verfall des Zahns durch die zweite Form, ebenso die entzündlichen Veränderungen der ersten.

Wie kann ich diese Krankheit bei meiner Katze erkennen?

Dem Katzenfreund zeigen sich folgenden Symptome, die auf Zahnprobleme hinweisen:

  • vermindertes und/oder verändertes Verhalten beim Füttern.
  • verminderter Appetit, Fressunlust und/oder verweigern der Nahrung.
  • vermehrtes Streichen der Pfote über das Mäulchen.
  • weit aufreißen des Mäulchens, ohne zu gähnen und/oder ungewöhnliche Bewegungen mit der Zunge.
  • ungewohnte Kopfhaltung (schief halten des Kopfes) beim Fressen.
  • aufnehmen und fallenlassen des Futters ohne zu fressen.
  • Zähneknirschen beim Fressen und übermäßiges Schmatzen.
  • Klackern der Zähne (schnelles aufeinander Beißen der Zähne, ähnlich einem stark frierenden Menschen).
  • unangenehmer Mundgeruch. Er begleitet die Krankheit nicht in jedem Fall.
  • starke Gewichtsabnahme in kurzer Zeit.

Die Katze leidet von Anfang an unter Schmerzen. Jeder kennt es, wenn entzündetes Zahnfleisch schmerzt oder ein Loch im Zahn uns schmerzhaft aufschreien lässt.

Die fortgeschrittene Krankheit zeigt sich mit Symptomen wie beispielsweise:

  • das komplette Verweigern allen Futters.
  • er/sie faucht den Futternapf und/oder das angebotene Leckerchen an.
  • Speichel fließt ihr/ihm aus dem Mäulchen, während des Fressens und im Ruhezustand.
  • die Pfötchen weisen Speichelflecken auf, die das Tier nicht mehr sauber putzen kann.
  • Schmerzensschreie und/oder leises Jammern beim und/oder nach dem Fressen. Das Schmerzlevel steigt mit fortschreitender Erkrankung.
  • fauligem, unangenehmen Mundgeruch.
  • mangelnde Fellpflege. Die verminderte bis eingestellte Fellpflege zeigt sich durch feuchte Pfötchen und unreine Stellen des Fells am gesamten Körper.
  • stetig fortschreitende Gewichtsabnahme.

Wie diagnostiziert der Tierarzt die Krankheit?

Der Tierarzt erkennt diese Krankheit durch das Betrachten der Zähne und des Mäulchens Intraorale röntgenologische Untersuchungen geben genauen Aufschluss bezüglich Form und Schweregrad. Die beginnende Erkrankung lässt sich auf „normalen“ Röntgenaufnahmen nicht oder nur schwer eindeutig erkennen.

Das Aufsuchen eines speziellen Tier-Zahnarztes und/oder einer Tierklinik mit Dental-Bereich, kann diese Erkrankung früher und gesicherter feststellen, als der Haustierarzt. Sie verfügen über die notwendigen Gerätschaften zur intraorale Röntgenuntersuchung.

Was ist das intraorale Röntgen?

Dieses Verfahren findet beim Menschen statt. Während des Röntgens bekommt er eine kleine Platte in den Mund und es folgen mehrere Aufnahmen aus unterschiedlichen Winkeln.

Zum Röntgen einer Katze mit dieser Methode muss sie eine Narkose über sich ergehen lassen. Im Schnitt erstellt der Arzt insgesamt circa sechs Aufnahmen des Mäulchens, der Zähne und Kiefer.

Gibt es eine Prophylaxe zum Vermeiden der Krankheit?

Bisher gelten die genauen Ursachen zum Ausbrechen der Krankheit als ungeklärt. Eine spezielle Prophylaxe mit der sich die Krankheit verhindern lässt gibt es derzeit leider nicht.

Experten diskutieren darüber, warum die eigenen Zellen der Tiere die Zähne zerstören. Ihnen fiel ein gestörtes Calcium Gleichgewicht bei den erkrankten Tieren auf, wodurch die Futtermittel in ihren Fokus gerieten. Hier untersuchten sie die Calcium-Phosphor-Verhältnisse.

Doch warum die Tierkörper fehlendes Calcium aus den Zähnen und nicht aus den Knochen ziehen blieb bisher ungeklärt. Als gesichert gilt dagegen, dass Zahnfleischentzündungen und Zahnstein die Krankheit und ihren Verlauf begünstigen. Es bleibt abzuwarten was die nächsten Studien ergeben.

Zum Vorbeugen eignen sich aus diesem Blickwinkel betrachtet:

  • das frühzeitige Beginnen und Beibehalten der Katzen-Mundpflege.
  • Regelmäßiges, tierärztliches kontrollieren des Mauls und der Zähne.
  • frühzeitiges und regelmäßiges Entfernen von Zahnsteins durch den Tierarzt.
  • das Geben spezieller Dentalfuttermittel. Sie dienen dem Vorbeugen von Zahnstein.
  • hochwertiges Katzenfutter in trockener und nasser Form. Trockenes Futter kann Zahnstein verhindern, während nasses Katzenfutter das Bilden desselben begünstigt. Steht der Katze trockenes Katzenfutter ständig zur Verfügung verlangsamt dies das Bilden von Zahnstein. Mit dem täglich gefütterten Nassfutter erhält die Katze zusätzlich Flüssigkeit, was die Nieren und das Immunsystem anregen kann.

Lässt sich FORL heilen und wie sieht die Behandlung aus?

Diese Krankheit lässt sich lindern und verlangsamen, heilen leider nicht.

Aufgrund der fortschreitenden und durch eigene Zellen bestimmten Eigenschaften hilft nur das restlose Entfernen der betroffenen Zähne. Die Operation erfolgt unter Narkose und mit der Unterstützung von Röntgenaufnahmen vor und nach der Zahnentfernung. Auf diese Weise stellt der Arzt sicher, dass er alle Zahn- und Wurzelteile entfernen konnte. Der Tierarzt im Zuge der Operation Zahnstein entfernen und die Zähne säubern.

Eine folgende Therapie mit Antibiotika kann weitere bakterielle Sekundärinfektionen verhindern und bestehende Zahnfleischentzündungen zurückdrängen. Das Geben von Schmerzmitteln hilft dem Schätzchen nach der Operation und erleichtert ihm das Fressen.

Die Menge und Art der entfernten Zähne kann eine Umstellung des Futters von trocken auf nass erfordern. Waren wenige Zähne betroffen kommt es selten zu Problemen beim Fressen. Nassfutter lässt sich mit wenigen oder keinem Zahn besser fressen. Es belastet das Zahnfleisch und die Kieferknochen weniger.

Gibt es homöopathische Alternativen?

Leider gibt es keine Alternativen zum Ziehen der Zähne.

Gegen Zahnfleischentzündungen und/oder zum Lindern der Schmerzen eignen sich bei leichten Infekten verschiedene homöopathische Mittel. Die Frage nach den, für die Katze, geeigneten Globuli und/oder Tinkturen, muss ein Tierheilpraktiker mit dem Tierarzt absprechen. Er muss den kleinen Liebling genau untersuchen und mithilfe der Materia Medica das für ihn geeignete Mittel bestimmen.


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